Einnistungsspülung mit Seminalplasma
Ob durch IVF oder ICSI-Behandlung befruchtete Eizellen auch tatsächlich zu einer Schwangerschaft führen, hängt zum einen von der normalen Entwicklungsfähigkeit der befruchteten Eizellen ab, zum andern von der Funktion und „Aufnahmebereitschaft“ der Gebärmutterschleimhaut, in die sich der Embryo einnisten soll.
Beim Geschlechtsverkehr gelangen nicht nur Samenzellen in die Scheide und in die Gebärmutter, sondern auch andere Bestandteile der Samenflüssigkeit, das „Seminalplasma“. Dieses wird jedoch aus technischen Gründen bei der geplanten IVF- oder ICSI-Behandlung entfernt, sodass der natürliche Kontakt des Seminalplasmas mit der Gebärmutterschleimhaut ausbleibt.
Lange Zeit dachte man, die in der Samenflüssigkeit enthaltenen Stoffe dienten hauptsächlich der Ernährung der Spermien, neuere Studien zeigen jedoch, dass Substanzen im Seminalplasma möglicherweise für die Reifung der Gebärmutterschleimhaut von Bedeutung sind und die Einnistung des Embryos fördern. So enthält das Seminalplasma zum Beispiel eine Vielzahl von Botenstoffen, die das Wachstum von Blutgefäßen fördern und Entzündungsreaktionen sowie immunologische Reaktionen beeinflussen. Der Effekt des Seminalplasmas scheint dabei unabhängig von der Anzahl und Beweglichkeit der Spermien zu sein.
Bei der Einnistungsspülung wird das Seminalplasma aus der von ihrem Partner für die geplante IVF oder ICSI bereitgestellten Samenprobe gewonnen und bei der Eizellentnahme in die Scheide und den unteren Teil der Gebärmutter eingeführt. Somit wird die biochemische Wirkung des ausbleibenden Geschlechtsverkehrs imitiert.